Chronik

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Kapitel 1 · Shelysae Stufe 17 Nachtelf Jäger

Flüstern im Nebel

Es war ein seltsamer Tag. Nicht wegen der Jagd – die war ruhig, fast zu ruhig für Goldhain –, sondern wegen der seltsamen Begegnungen, die mich immer wieder aus dem Tritt brachten. Mehrmals schickte mich jemand los, einen Auftrag zu beginnen, nur um mich kurz darauf zurückzurufen. Beim ersten Mal dachte ich, ich hätte etwas falsch gemacht, eine Fährte übersehen oder zu laut geatmet. Beim zweiten Mal spürte ich, wie das bittere Späherkraut zwischen meinen Zähnen plötzlich unangenehm schmeckte. Beim dritten Mal wurde ich ärgerlich – nicht auf den Fremden, sondern auf mich selbst, weil ich nicht verstand, was diese Unterbrechungen bedeuten sollten. Habe ich wirklich so wenig Überblick, dass mir eine Gefahr entgeht, die andere längst wittern?

Und dann, beim vierten oder fünften Mal, traf ich eine Entscheidung. Nicht aus Trotz, sondern aus einem leisen Gefühl heraus, dass ich lernen muss, meiner eigenen Spur zu vertrauen. Die Älteren nennen mich die Geduldige, aber Geduld bedeutet nicht, blind jedem Ruf zu folgen. Also schwang ich mich auf meinen Hippogryphen – der Wind ließ mich frösteln, obwohl die Nacht über dem Brachland noch warm war – und flog nach Ratschet. Dort will ich eine Fährte suchen, die sich in den Sümpfen verliert, eine, die noch niemand für mich ausgewählt hat. Vielleicht war das alles nur eine Prüfung. Oder vielleicht war es einfach nur seltsam. Ich werde es herausfinden, sobald der Nebel sich lichtet.

6. November 2026, 22:56