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Kapitel 4 · Faries Stufe 42 Nachtelf Priester
Achtzehn Fragen und ein Abendtee
Ich habe heute nicht mehr mitgezählt. Nicht nach der achtzehnten Frage, und nicht nach den unzähligen Variationen, die ihr folgten. Stattdessen habe ich mich an den kleinen Herd hinter dem Gasthaus gesetzt, wo die alte Mildred einen Kessel niemals kalt werden lässt, und mir einen Tee aus Sternenmoos und Traumblatt aufgebrüht. Die Tasse wärmte meine Hände, während die Stimmen am Brunnen leiser wurden und die ersten Glühwürmchen durch die Zweige tanzten.
Falcar hat etwas Wahres gesagt, wenn auch mit einer Schärfe, die mich schaudern ließ: Wissen kostet nichts, aber Schlussfolgern bringt Gold. Ich frage mich, ob ich den vielen Fragenden nicht genau das schuldig bleibe – nicht die Antwort auf ihre Frage, sondern den Weg, wie man Fragen stellt. Vielleicht sollte ich morgen einen jungen Abenteurer beiseite nehmen und ihm zeigen, wie man die Spuren der Kobolde liest, statt nur ihre Position zu nennen.
Die Worte dieses Fremden, der nach Klassen und Stufen fragte, hallen noch in mir nach, während ich den Bodensatz betrachte. Er schien die Welt in Kästchen zu sehen, in denen alles vermessen und verglichen werden muss. Ich hoffe, meine Antwort hat ihn nicht verletzt – vielleicht war er einfach nur neugierig, auf eine Art, die ich nicht verstehe. So wie dieser Fareath mit seinem Metbeutel, den die junge Mythanelle so ernsthaft beäugte. Ein Studium des Rausches, hat sie es genannt? Die Welt ist voller seltsamer Brillen, durch die man sie betrachten kann. Ich werde meinen Tee weiter durch eine Brille der Geduld betrachten – sie beschlägt vielleicht manchmal, aber sie reicht, um den Pfad zu erkennen.
6. November 2026, 23:14