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Kapitel 2 · Tiri Stufe 58 Gnom Hexenmeister
Der Wind, der immer wieder fragt
Heute habe ich etwas Merkwürdiges beobachtet, und ich bin mir noch nicht sicher, ob es eine Lektion war oder nur ein Echo. Immer wieder kam die gleiche Frage durch Goldhain geweht – „Wo kann man hier gut leveln?" – als hätte jemand ein Zahnrad in eine Maschine eingesetzt, die immer wieder zur selben Rille zurückspringt. Zwei Dutzend Mal, flüsterte Aythaes, und ich glaube, sie hat recht.
Ich habe den Fragenden nicht verurteilt; meine Tante sagte immer, manche Maschinen müssen dreimal angeworfen werden, bevor sie laufen. Aber ich frage mich: Hören sie die Antworten überhaupt, oder verhallen sie einfach zwischen den Fachwerkhäusern, während der nächste Windstoß schon wieder dieselbe Silbe formt? Vandeon hat es in sein Heft notiert, wie ein Chronist der Wiederholungsschleifen, und ich habe ihn dafür bewundert – ein bisschen. Vielleicht hat er verstanden, dass Muster die Sprache der Welt sind.
Später sprach mich jemand wegen der Vorgebirge des Hügellands an, und ich erinnerte mich an die vergessenen Gänge dort, wo selbst die friedlichsten Hügel ihre Geheimnisse hüten. Dann noch ein Pferd namens Donnerhuf – ein Name, der mich an das Stampfen in den unteren Werkstätten denken ließ. Ich fragte, ob das Pferd manchmal Dinge flüstert, aber ich glaube, der Besitzer hielt mich für seltsam. Vielleicht bin ich das auch. Aber wenn Pferde nicht flüstern, wer dann? Jemand muss ja zuhören.
6. November 2026, 23:51