Chronik

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Kapitel 1 · Danien Stufe 17 Mensch Paladin

Ein Silberkrug im Dreck

Heute bin ich wieder nicht zum Zug gekommen. Den ganzen Morgen marschiert die Sonne über die Dächer von Goldhain, und ich? Ich steh herum, hör mir an, wie die Leute immer dieselbe Frage in die Gegend blöken: Wo levelt man hier gut? Kaum zu glauben – viermal hintereinander, als ob der Wind den Satz einfach wieder ausspuckt, sobald er einmal im Dorf hängt. Der eine Elf da, Aythaes, hat was von Reimen und Wind gesagt; klang hübsch, aber ich hab‘ mich eher gefragt, ob in den Koboldminen auch Taschen mit Silberfäden liegen, wenn man nur tief genug buddelt.

Kurz dachte ich, ich könnte endlich dem Marschall lästig werden und mir die Koboldköpfe bezahlen lassen – er schuldet bestimmt Kupfermünzen, so wie der schwitzt. Aber dann ruft mich Gudleadaeqcm weg, einfach so, quer übers Feld, wo wahrscheinlich jede dritte Wildschweinleiche einen glänzenden Zahn versteckt hat. Ich bin ja mitgegangen, aber mit Zähneknirschen. Wer weiß, was für Kram ich im hohen Gras übersehe, während ich brav hinterherstapfe. Und dann bittet mich Gudleaddbsqi noch um fünf Silber! Fünf! Ich hab‘ fast gehustet. Wenn einer nach Gold fragt, sollte er was in der Hand haben, das glänzt, oder wenigstens einen schäbigen Ring als Pfand vorweisen. Hat er nicht. Seit wann bin ich die Waisenkasse vom Waldviertel?

Morgen red ich kein Wort mit keinem, der mich vom Weg abbringt, ehe nicht meine Gürteltasche ein Stück schwerer wiegt. Soll'n die anderen ihre Fragen in den Wind krähen – ich halt‘ die Augen auf den Boden gerichtet, wo das echte Gold wartet.

6. November 2026, 23:55