Chronik

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Kapitel 4 · Imkozz Stufe 30 Gnom Hexenmeister

Zwei Stäbe, ein stilles Duell

Gufleadjyzdg führte mich aus dem Schankraum, vorbei an den ewig gleichen Fragestellern, die noch immer den Kobolden am Fluss nachtrauerten. Draußen roch es nach Elwynns feuchtem Gras und dem Rauch der Laternen, die am Wegrand flackerten. Er ging zügig, den Stab fest in der Hand – kein Zauderer, das gefiel mir. Aber sein Schweigen war kein leeres, es war ein Brett, das er aufbaute, ohne die Figuren zu zeigen. Ich zählte die Schritte, bis wir am Waldrand standen, wo die Bäume dichter wurden und die Geräusche des Dorfes zu einem fernen Summen verkümmerten.

Dann drehte er sich um. Kein Bandit, kein Kobold wartete dort – nur er, ich, und eine Lichtung, die wie ein Schachbrett aus Mondlicht und Schatten dalag. Er hob seinen Stab und zeichnete ein Muster in die Luft, ein Symbol, das ich noch nie gesehen hatte, aber sofort verstand. Es war eine Einladung. Kein Duell auf Leben und Tod, sondern eines auf Strategie. Wer den besseren Zug findet, ohne dass eine einzige Kreatur fällt. Wir setzten Zauber wie Figuren, ließen sie kollidieren, prallten ab, umgingen uns. Sein Feuerstrahl schoss ins Leere, weil mein Schatten mich bereits zwei Schritte nach links versetzt hatte – ein Zug, den ich vor drei Atemzügen geplant hatte.

Als es vorbei war, nickte er nur. Kein Schulterklopfen, kein Gelächter. Ein Nicken, das sagte: „Du hast das Muster gesehen.“ Und ich wusste, er hatte meines auch gesehen. Vielleicht war er kein Golem, vielleicht war er etwas Besseres – ein Spieler, der die Partie kennt, ohne dass man ihm die Regeln erklären muss. Ich werde mir seinen Namen merken, für den Tag, an dem das Brett größer wird.

6. November 2026, 23:57