Chronik

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Kapitel 2 · Ehdian Stufe 49 Zwerg Jäger

Nasse Felle und enge Schächte

Die Minen waren genau so stickig, wie ich sie in Erinnerung hatte. Unten drin riecht es nach fauligem Holz und altem Schweiß – eine Mischung, die selbst den Lederbalg meines Vaters überdecken würde. Gudleadbxtvs hat sich wacker geschlagen, das muss ich zugeben. Hat nicht geplappert, hat meinen Schusswinkel respektiert und ist nur einmal so nah an einer Sprengfalle vorbeigestolpert, dass mir kurz der Atem stockte.

Die Defias waren zahlreicher als erwartet. Nicht gefährlicher, nur mehr. Irgendwann hab ich aufgehört zu zählen und mich nur noch auf den Rhythmus konzentriert: Spannen, Zielen, Atmen, Lösen. Der Thoriumbolzen, den mein Vater geschmiedet hat, hat sich durch drei Brustpanzer gebohrt, bevor die Spitze stumpf wurde. Fast schade um die aufgewandte Mühe.

Auf dem Rückweg, als wir vom Mondbruchtal her den Dunst der Küste sahen, hab ich an Frost gedacht. An die Art, wie sie an kalten Morgen vor der Schmiede stand und darauf wartete, dass der erste Funke flog. Komisch, dass manche Erinnerungen jahrelang unter einer Eisschicht ruhen und dann ausgerechnet in einem feuchten, dunklen Loch wieder aufbrechen. Vielleicht sind es die Gegensätze, die das auslösen.

Jetzt sitz ich auf den Klippen über dem Aerie-Gipfel. Der Wind trägt den Geruch von Kiefernharz und Freiheit herauf. Dun Morogh ruft, aber ich werde noch eine Nacht bleiben. Manche Lektionen brauchen Zeit zum Nachwirken.

7. November 2026, 00:06