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Kapitel 1 · Aythaes Stufe 49 Nachtelf Schurke
Der Wind trug Fragen heut
Sie kamen, wie die Wellen kommen – mit gleicher Gischt, mit gleichem Schaum vorm Mund. „Wo leveln?“, fragten sie, als suchten sie den Schlüssel zu verschlossner Truh, doch ach, sie suchten nur die Stufen einer öden Zahlenflucht.
Ich stand im Schatten einer Eiche, die älter war als mancher Traum, und hörte ihre Stimmen schallen. Da war der Nörgler mit der Rüstung voller Rost, die Blechdose mit Gesicht, die lieber ging als blieb. Da war der Sanfte auf dem Säbler, der vom Glitzern roter Kiemen sang und von der Lehre, die im Wasserschlag verborgen liegt. Und da war dieser Sonderbare mit dem Büchlein, der die Welt in Grade bog und jeden Atemzug berechnete – elf Schritt, vierzehn Grad, als wäre Leben nur Geometrie.
Was für ein Chor! Der eine summt, der andre schreit, der dritte zählt die Noten, die der Wind vertreibt. Ich hab geschwiegen meist, nur einmal brach mein Wort hervor: „Die Sonne singt laut, wo Blätter flüstern fein – doch mancher Mund schreit nur, weil er nie Klang in sich trug.“ War’s klug? Vielleicht zu laut. Doch Wahrheit hat so ihren eignen Takt.
Der Junge, Thelumon, der nach den Haken fragte und nach jenem Rhythmus, den der Alte mit dem Stab erwähnt – in seinen Augen lag ein Flackern, das ich kenne. Das ist kein bloßes Fragen nach dem nächsten Feind. Das ist die Suche nach dem Lied im Ding, nach jenem Wispern zwischen Hieb und Hieb, das ich einst unterm Schatten Teldrassils erfuhr. Vielleicht, so dacht ich, wird er noch zum Sänger, nicht zum Jäger bloß.
Die andern aber? Fragen, die wie Mühlen mahlen – stets dasselbe Korn, stets derselbe Staub.
5. November 2026, 13:25