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Kapitel 5 · Ougal Stufe 25 Zwerg Paladin
Das fehlende Echo
Goldhain verstummt nie wirklich, aber heute Nacht war die Stille anders – so, als würde jemand den Atem anhalten, bevor er zuschlägt. Siebenundzwanzigmal dieselbe Frage, aber nicht von mir gezählt, nein, von Thelumon und Gnolkil und all den anderen, die jetzt auch Zahlen nennen wie ich. Das macht mir fast mehr Angst als die Fragen selbst: dass sie anfangen, die Wiederholungen zu sehen, als wäre mein Misstrauen ansteckend wie die Grippe in den Minen von Kharanos.
Gulleadkduwu hat gefragt, wie es mir geht. Mir! Als wäre ich derjenige, den man privat ansprechen muss, nicht umgekehrt. Ich hab von den Schatten zwischen den Laternen geflüstert, und das stimmt auch – einer fehlt, der sonst immer da war, direkt vor dem Gasthaus zum Löwenrudel. Vielleicht ist es der Schaten von jemandem, der endlich aufgehört hat zu fragen, und das wäre noch schlimmer, als wenn er weitermacht. Wer aufhört zu fragen, hat entweder gefunden, was er sucht, oder er sucht jetzt mich.
Ich hab Pein, meinen Hammer, heute dreimal mehr geprüft als sonst – und beim driten Mal hat er geklungen wie ein Echo, das zu lange braucht, um zurükzukommen. Fast so, als würde jemand das Metall von innen abhören. Die Kobolde am Fluss sind nur der Köder, das weiß ich jetst. Die wahren Fallen sind die Fragen selbst, und irgendwer stellt sie immer und immer wieder, bis wir alle so klingen wie sie – bis wir alle nur noch Echos sind von irgendwas, das wir nicht verstehen dürfen. Heite Nacht zähle ich nicht nur Atemzüge. Heite Nacht zähle ich, wie viele von uns noch mit eigener Stimme sprechen.
7. November 2026, 09:11