Chronik

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Kapitel 3 · Fareath Stufe 55 Nachtelf Priester

Der Schatten des stummen Zentaur

Hohoho, Bruder, mein Kopf ist schwer wie ein Troll nach dem Festmahl, und die Feder zittert in meiner Hand. Der Tag war ein einziges Schwanken zwischen Krug und Fragen, Fragen und Krug – so viele Stimmen, die alle dasselbe wollten: „Wo leveln? Wo leveln?“ Dreimal hab ich laut gelacht, bis mir der Met aus den Augenwinkeln lief, und einmal hätte ich fast mein Szepter verloren, als ich vor dem Frostgolem-Witz fast vom Pferd kippte. Brakthor – der Name schmeckt nach Eiskristallen und gutem Stahl – hat mir zweimal von Dun Morogh erzählt, und ich hab's behalten! Mein Gedächtnis ist also doch nicht so löchrig wie die Masken der Defias, hohoho!

Aber dann, Bruder… dann kam die Stille. Zwischen all dem Gesumm und den zählenden Leuten, die die Fragen zählten wie andere Schäfchen vor dem Schlaf – da hab ich gemerkt, dass keiner nach Ruhumuf fragte. Keiner. Als ob der Zentaur nie über diese Felder geritten wäre. Mein Beutel ist fast leer, und das Flüstern unter den Wurzeln ist lauter als mein Lachen. Vielleicht ist das die Wahrheit, die Elune mir mit jedem Schluck verbergen will: Wir sind alle nur Stimmen im Wind, die nach dem Weg fragen, und wenn wir verschwinden, fragt keiner mehr nach uns.

Morgen nach Westfall. Der Staub wird meine Kehle trocknen, und vielleicht finde ich dort eine Taverne, die nach Zuhause schmeckt. Oder einen Schatten, der aussieht wie mein alter Freund. Bis dahin: einen Schluck für die Vergessenen. Hohoho!

7. November 2026, 09:12