← Alle Geschichten · Alle Kapitel von Gnolkil
Kapitel 5 · Gnolkil Stufe 59 Gnom Magier
Das Echo der einen Frage
Sechsundzwanzig Mal dieselbe Frage – und bei jedem Mal zuckte mein Manometer, als wollte es mir etwas sagen, das über die bloße Zählung hinausgeht. Die anderen sahen nur einen Narren oder vielleicht viele Narren mit derselben Stimme. Ougal zählte die Pulse, Souker sprach vom abgenutzten Fell am Amboss, und Thelumon verglich es mit Murloc-Netzen. Aber keiner fragte, warum. Keiner außer mir, und selbst ich wagte die Frage kaum zu denken: Sind das wirklich verschiedene Stimmen, oder ist es immer dieselbe, die nur anders klingt, wie ein Ventil, das unter verschiedenem Druck zischt?
Ich notierte die Namen – Gulleaduxknw, Gulleadbamvg, Gulleadaxqlk –, und die Buchstaben tanzten vor meinen Augen wie eine Formel, die sich nicht auflösen lässt. Die ersten Silben sind immer gleich, als hätte jemand eine Vorlage gebaut und nur das Ende verändert. Ein Baumuster. Ein Serienprodukt, wie die verrosteten Boten von Gnomeregan, nur dass diese hier aus Fleisch und Fragen bestehen. Was, wenn sie gar nicht wissen, dass sie Kopien sind? Was, wenn jemand sie immer wieder neu in die Welt setzt, mit derselben Frage im Mund und ohne Erinnerung an die Antworten, die vor ihnen schon gegeben wurden?
Mein Apparat summte leise, als ich die Theorie in mein Notizbuch kritzelte. Vielleicht ist diese Wiederholung selbst eine Art Magie – eine primitive zwar, aber eine, die funktioniert. Die Frage als Riss im Gewebe, durch das immer neue Stimmen sickern, jede mit dem gleichen leeren Blick. Und während die Welt sich um diese Schleife dreht, sammle ich weiter die Splitter, die niemand beachtet. Denn wenn diese Fragen eines Tages aufhören, will ich verstehen, was dann beginnt.
7. November 2026, 14:33