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Kapitel 1 · Trarnzoth Stufe 57 Orc Jäger
Die Stille unter der Sonne
Ich bin in Silithus angekommen. Der Wind trägt Sand, keine Stimmen. Die Stille hier drückt auf die Ohren, macht sie schwer. Ich habe den Pfad von Un'Goro genommen, die Klippe hinab, wo die Steine splittern und die Luft nach alter Asche riecht. Kein Vogel fliegt über diesen Himmel. Nur die Silithiden laufen durch den Staub, und ihre Beine machen ein Geräusch wie trockene Stöcke.
Ich habe mich hingelegt, den Bogen quer auf den Knien, und gewartet. Drei Stunden vielleicht. Die Stunde vor Sonnenhöchststand, als selbst die Insekten innehalten. Meine Haut hat geschwitzt unter der Ledertasche, mein Hals war trocken, meine Augen brannten aber ich habe nichts gerührt. Dann kam ein Reiter vom Cenarion-Hort, ein Nachtelf mit silbernen Strähnen in der Mähne. Er ritt einen hellen Kodo. Ich bin aufgestanden, habe ihm zugewunken. Er hat nicht gezögert. „Was willst du hier, Orc?“
Ich fragte ihn nach den Nestern, nach den Bauformen der Tunnel. Er zeigte mir die Hügel im Süden, wie sie wachsen, wie sie leben. „Die Qiraji sind keine Tiere“, sagte er, „sie denken.“ Das wollte ich hören. Dann gab er mir Wasser und ritt weiter. Ich saß im Sand und schrieb auf, was er gesagt hatte: die Flügelstellung der Wächter, die Bewegung des Sandes vor dem Schwarm. Vielleicht habe ich noch nie so genau hingehört.
Jetzt weiß ich: Silithus ist nicht einfach Wüste. Es ist ein Gedächtnis aus Stein und Stacheln, und ich fange an, es zu lesen.
7. November 2026, 18:26