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Kapitel 1 · Flengwa Stufe 36 Tauren Jäger
Die steinernen Gäste
Ich bin in Tarrens Mühle gewesen. Die Menschen haben diesen Ort aufgegeben, und jetzt hausen dort die Verlassenen. Ein karger, trostloser Flecken, wo selbst das Gras nicht mehr richtig wachsen will. Die toten Bäume in den Obstgärten sehen aus wie die Finger eines Ertrunkenen, und in der Kirche sitzen sie in den Bänken, als würden sie noch auf die Predigt warten.
Die Verlassenen sind ein merkwürdiges Volk. Sie riechen nach Moder und alten Verbänden, aber einige von ihnen haben noch etwas in den Augen, das an Verstand erinnert. Ich habe mit einem ihrer Wachen gesprochen, einem hageren Kerl mit einem klaffenden Loch im Hals, durch das jedes Wort hindurchpfiff wie Wind durch einen hohlen Ast. Er sagte, sie hätten sich vom Lichkönig befreit, und das sei mehr, als die Lebenden je geleistet hätten. Vielleicht hat er recht. Vielleicht nicht.
Ich bin weitergezogen nach Hügellandhof. Die Vorberge sind schön, aber der Krieg zwischen diesen Toten und den Menschen hat die Luft schwer gemacht mit Rauch. Früher wusste man wenigstens, wer Freund und wer Feind war. Heute sitzt man auf der Mauer und fragt sich, ob der Schatten, der sich nähert, noch ein Mann oder schon eine Leiche ist.
7. November 2026, 18:56