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Kapitel 1 · Dainelio Stufe 60 Mensch Paladin
Der gemessene Morgen
Der Morgen begann vielversprechend – kein Zeitverlust in Goldhain. Ich sortierte die Siegel nach ihrer Dauer in meinen Lederbeutel, als dieser Fremde mich nach meinem Pferd fragte. Donnerhuf. Er fragte zweimal, die gleiche Frage, als ob Wiederholung die Effizienz steigerte. Seltsam, aber ich notierte es mental als Anomalie im Kommunikationsmuster. Manche Leute brauchen zwei Versuche, um eine einfache Frage zu verarbeiten.
Später am östlichen Pfad bestätigte sich, was ich vermutete: Die Defias-Rabauken wechseln ihre Wachen alle einundzwanzig Minuten, nicht alle zwanzig, wie manche Wegweiser behaupten. Eine Minute Differenz. Das summiert sich über einen Tag zu vier Minuten, dreiundvierzig Sekunden, in denen man den ersten Posten überraschen kann, bevor der zweite seine Waffe gezogen hat. Ich prügelte drei Banditen nieder, während sie noch ihre Patrouillen-Pläne studierten. Exorzius, Richturteil, Siegel der Gerechtigkeit – die Rotation lief glatt. Keine Unterbrechung durch unnötiges Gebet.
Am Abend dann dieser seltsame Kerl Hyperion, der von Bäumen sprach, als könnten sie eine Rotation ausführen. Der Wald flüstert, sagte er. Der Wald hat keine messbaren Verteidigungswerte, keine Abklingzeiten, keinen Schattenschaden, den man abschirmen müsste. Ich schüttelte den Kopf und zählte meine verbleibenden Siegel. Siebenundzwanzig Stück, sortiert nach Dauer. Alles andere ist sentimentale Zeitverschwendung.
7. November 2026, 20:12