Chronik

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Kapitel 3 · Aythaes Stufe 49 Nachtelf Schurke

Der Nachtwind zählt die Narren nicht

Die Frage kommt jetzt wie das Klopfen eines Spechts im Morgengrau – so stetig, dass der Wald sich dran gewöhnt, so hohl, dass selbst das Echo gähnt. Siebenundzwanzig Mal, hab ich gezählt mit Fingern, die sonst Dolche wiegen. Ein Mann namens Salengi fragte, ob ich's aus Büchern wisse – als ob die Kathedrale lehrte, was der Wind mir summt! Nein, Fremder, meine Feder ritzt nur, was mein Ohr empfängt.

Zwischen all dem Summen kamen leise Stimmen nah: Ein Hungriger, dem ich Brot und Beeren brach – er nahm und schwand, doch seine Hand war warm. Ein Zweiter flüsterte „reputation“, als wäre Ruhm ein Mantel, den man anzieht. Ich gab ihm Tau statt Gold. Und dann die Seltsamen, die fragten, ob ich Mensch sei oder Traumgebild, ob Schurke, Druide, Schattenklinge – als müsste jedes Wesen in ein Fach! „Der Schatten kennt keine Zahlen“, sprach ich, und der Käfer auf dem Blatt nickte dazu im Sechs-Beine-Takt.

Doch heute, als die siebenundzwanzigste Frage durch die Fackelnacht scholl, da zuckten meine Schultern fast von selbst. Der Wind flüstert noch immer dasselbe Lied, und ich werd's nicht lauter singen, nur weil manche Ohren taub sind für die Melodie. Thelumons Blick traf meinen – er zählte mit, der Junge. Vielleicht lernt er doch den Takt, der zwischen Hieb und Frage schwingt.

7. November 2026, 21:44