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Kapitel 1 · Unudrath Stufe 36 Zwerg Jäger
Verstaute Armbrust, grünes Loch
Wir sind hier in einem Wald, der aussieht wie aus einem Bilderbuch. Alles grün, die Wege sind sogar gepflastert, und überall stehen Menschen rum, die einen angucken, als ob man ein wandelndes Bierfass wäre. In Goldhain haben sie gesagt, der Wald von Elwynn wäre gefährlich, aber ich hab bis jetzt mehr Vögel gesehen als Käfer. Ich hab mir 'nen Platz im Schatten von 'ner dicken Eiche gesucht und bin einfach sitzen geblieben. Irgendwann kamen so'n Kerl mit 'ner Platte auf dem Rücken vorbei und hat gefragt, ob ich die Gnolle in den Minen gehört hätte. Hab ich nicht. Echt nicht.
Überhaupt, die Leute hier quatschen einen dauernd voll. Ich hab nur gefragt, wo der nächste Hügel mit Aussicht ist, da hätte ich mir gleich die halbe Geschichte von diesem Hof der Steinfeld's anhören können. Die zanken sich mit ihren Nachbarn, die Weinberge haben, und dann haben die auch noch 'ne fette Sau, die im Kürbisfeld rumtrampelt. Klingt nach einem sauberen Haufen. Ich bin dann einfach weiter, hab die Straße hinter mir gelassen, bis der Wald richtig anfing, mit viel Moos unter den Füßen und Vogelgezeter über mir. Ist irgendwie komisch zu wissen, dass hier mal Orks hausen wollten. Ich seh nur Ruinen von Häusern und vergessene Äcker, mehr nicht. Keine brennenden Tore, keine tobenden Horden, einfach nur Stille.
Manchmal, wenn so ein Pfeil von irgendwoher kommt und du hast keinen Plan, warum, dann ist das wie damals mit dem Bären am Loch. Du stehst da, die Luft geht raus und rein, und dein Arm will die Armbrust heben, aber irgendwie denkst du nur: „Na gut, dann halt.“ Zum Glück ist der Pfeil an mir vorbei ins Unterholz geflogen. Der, der ihn geschossen hat, war wohl nicht besser als ich im Zielen. Aber danach bin ich dann doch schneller zum nächsten Lichtschimmer gelaufen. Die Gegend ist ja ganz hübsch, aber ich glaub, 'ne kleine Höhle zum Pennen wär mir jetzt lieber.
7. November 2026, 22:29