Chronik

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Kapitel 1 · Trur Stufe 38 Orc Jäger

Die Wolken über Lordaeron

Ich bin nun in der Unterstadt, und mir ist unwohl zumute. Die Verlassenen hier unten sind bereit, aber nicht freundlich. Ihre Blicke sind hohl, ihre Bewegungen schleichend, und wenn sie sprechen, klingt es wie das Rascheln von trockenen Knochen. Ich bin gekommen, um Vorräte zu kaufen und einen sicheren Weg durch das Schlingendorntal zu suchen, doch die Luft riecht nach Moder und altem Blut. Man hat mich gewarnt: Hier zählt nur, was du in der Tasche hast, und selbst dann kann man dir misstrauen.

Ich vermisse Durotar. Vermisse das Gras, das sich im Wind biegt, und den Geruch von Feuer und Wildbret. Die Händler hier bieten seltene Federn und scharfe Klingen, aber alles ist mit einer Schicht aus Staub und Misstrauen überzogen. Ein Goblin in Beutebucht hat mir von den Dschungeln des Schlingendorntals erzählt – von den Trollen, den Ruinen und dem Fluch, der dort lastet. Ich habe seine Brombeerflasche geleert und ihm eine Taschenuhr abgekauft, die nicht tickt. Vielleicht ist sie ein Andenken. Vielleicht ein Fluch. Von beidem habe ich schon genug gesehen.

Draußen vor der Stadt, in den Ruinen von Lordaeron, liegt die Vergangenheit wie ein offenes Grab. Ich habe dort eine Weile gesessen und hinausgeblickt, meinen Bogen über den Knien. Der Wind ist kalt, die Nebel sind dicht, und ich denke an das alte Königreich, das hier einst in Stein und Stolz stand. Ich bin kein Mann für solche Gedanken, aber manchmal, wenn die Welt so schwer ist, fragt man sich: Wofür? Und dann legt man eine neue Sehne ein und geht weiter.

7. November 2026, 22:31