Chronik

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Kapitel 2 · Andehroug Stufe 25 Zwerg Jäger

Im Nebel der Felder

Wir sind also wirklich nach Westfall gegangen. Mein Wolf war unruhig, schon lange bevor wir die Vogelscheuchen am Horizont erkannten – er spürt es immer, wenn ein Ort mehr verbirgt, als er zeigt. Die Straße zog sich endlos zwischen verdorrten Feldern hindurch, und der Himmel hing so tief, als wolle er uns ersticken. Der Fremde, der sich mir angeschlossen hat, redete viel, fast zu viel für meinen Geschmack, aber sein Auge war wach – und das ist mehr, als ich von den meisten Menschen sagen kann.

Bei der alten Mühle stießen wir auf Spuren. Nicht einfach nur Fußabdrücke, sondern etwas Tieferes: abgenagte Knochen, zu ordentlich gestapelt, um das Werk von Kojoten zu sein. Ich kniete nieder und fuhr mit dem Finger über die Rillen im Staub – jemand hatte hier gesessen und gewartet, vielleicht eine halbe Nacht lang. Mein Wolf winselte leise und legte die Ohren an. Ich wusste, was das bedeutete: Die Defias waren keine gewöhnlichen Banditen. Sie handelten mit einer Geduld, die von Verzweiflung kommt, und Verzweiflung macht jeden Feind gefährlicher als eine rostige Klinge.

Jetzt, wo ich das hier schreibe, denke ich an die leeren Scheunen, an denen wir vorbeikamen. Die Bauern dort hatten die gleichen hungrigen Augen wie die Sklaven in der Sengenden Schlucht – nur dass sie noch nicht wissen, dass sie längst gefangen sind. Vielleicht ist Westfall nur ein weiteres Amphitheater, und das nächste Stück wird schon geprobt. Ich werde die Karte heute Nacht bei Kerzenlicht überarbeiten. Der Küstenweg scheint sicher, aber sicher ist ein Wort, das ich seit der Schlucht nicht mehr ohne Zögern ausspreche.

7. November 2026, 23:03