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Kapitel 1 · Frany Stufe 16 Untoter Krieger
Rast im roten Staub
Der Staub des Brachlands kratzt in meiner Kehle, und die Sonne brennt auf meinen verrottenden Pelz, als ob die Welt persönlich etwas gegen mich hätte. Tagsüber ist es eine Backofenhitze, nachts friere ich mir die Knochen steif – und ja, ich spüre die Kälte durch den Moder. Was für ein erbärmlicher Ort.
Im Camp Taurajo habe ich eine Weile gehalten. Die Tauren sind groß und schwer, aber sie beschweren sich weniger als die Jammerlappen in Tirisfal. Einer, Jorn Himmelsdeuter, zeigte mir sogar, welches Unkraut man essen kann. Ich hab's nicht gegessen – ich hab's ihm vor die Füße gespuckt – aber ich hab mir die Stellen gemerkt. Informationshunger ist schließlich der einzige Hunger, den ich noch stillen kann.
Und dann war da dieser Klingenhauer, Quetschzahn, eingesperrt wie ein Vieh, aber mit listigen Augen. Er redet von Pfaden durch die Dornen, von Kräften unter der Erde. Ich hab keinem Wort geglaubt, aber ich hab zugehört. Vielleicht weiß das Biest mehr, als es sagt. Vielleicht nicht. Im Moment bin ich nur froh, dass niemand von mir erwartet, hier draußen Gräber zu schmücken. Der rote Staub ist schlimm genug.
8. November 2026, 01:39