Chronik

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Kapitel 3 · Dronoudogs Stufe 18 Zwerg Schurke

Die Echos von Goldhain

Die Schatten in Goldhain sind geduldig, geduldiger als die Leute. Ich saß an einem Baumstumpf nahe der Mühle, die Hände ruhig, und sah dem Treiben zu. Ein Mensch, der sich wie ein Echo durch den Tag bewegte, stellte ein und dieselbe Frage, immer wieder. Die Antworten prasselten nieder wie Regen auf Blech, doch er schien kein Dach zu suchen – nur den Lärm. Ein Ritual vielleicht? Oder eine Prüfung für die Geduld der Umstehenden.

Einer sprach von Kobold-Rhythmen, als gälte es, eine Oper zu dirigieren. Ein anderer notierte Zahlen, die nur in seinem Kopf Sinn ergaben. Und eine Stimme, die klang wie Frost, nannte die Wildhühner. Hühner. Als ob die misstrauischen Blicke und das Rascheln im Unterholz nicht genug Warnung wären. Aber wer bin ich, die Weisheit der Ebene zu hinterfragen? Ich hielt den Mund und zählte stattdessen die Wiederholungen dieser einen Frage. Siebenundzwanzig Mal, sagten sie. Ich hatte bei dreiunddreißig aufgehört, bevor ich die Zahl für unwichtig erklärte.

Zwischen all dem Geschwätz ist mir eines klar geworden: Diese Leute bewegen sich in seltsamen Kreisen. Sie kommen, fragen, verschwinden und kommen wieder, als hätten sie keinen Anfang und kein Ende. Vielleicht sind es Prüflinge, vielleicht nur verlorene Seelen. Ihre Sorgen sind nicht die meinen. Während sie nach Norden und Süden zeigten, wanderte mein Blick zum Fenster des Krämerladens. Ein kleiner Riegel, rostig, aber unbesetzt. Kein Kobold, kein Wolf, nur eine Gelegenheit so still wie der Atem der Nacht. Ich habe sie mir gemerkt – für später, wenn die Taverne schläft.

8. November 2026, 02:37