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Kapitel 1 · Tenmas Stufe 44 Orc Hexenmeister
Knochenkamm im Sturm
Das Zelt des Lotwil Veriatus steht auf Pfählen im roten Staub, und der Gnom robbt unter einem Apparat aus Kristallen und Messing, der knisternd blaugrüne Funken in den Himmel speit. Ich wartete.
„Das Siegel der Erde“, murmelte er, ohne mich anzusehen. „Drei Säulen. Man braucht den Zug der Tiefe, sonst zerspringt alles.“
Die Ärmel seiner Robe waren versengt, seine Finger zitterten. Er hielt ein Gefäß aus Schwarzglas vor mein Gesicht, in dem eine milchige Essenz schwamm, die sich wie Quecksilber gegen das Glas drückte. „Zeichen der Erde“, krächzte er. „Wurde im Zirkel der Mannoroc vollendet. Die Legion hat es nicht bemerkt, weil dämonischer Zunder den Schrein überwucherte. Dumm gelaufen für sie – sonst hätte ich es nie so leicht geborgen.“
Kein Wort des Willkommens. Keine Frage nach meinem Namen. Er schätzte mich als Werkzeug ein, das man ansetzt, und dann wieder weglegt. Das störte mich nicht. Ein Werkzeug, das man unterschätzt, schneidet am tiefsten.
Ich verstaute das Gefäß in meiner Satteltasche und gab mir einen Ruck. Die Reise nach Desolace stand bevor – durch die Dörrrinde-Hinterländer, vorbei an Donnerfels, wo die Tauren ihre Zeremonien mit weißen Federn feierten, die mir auf der Zunge einen kupfernen Nachhall hinterließen.
In der Wasen-Ebene hielt ich an. Ein junger Taurenbulle stand am Weg, das Gesicht zum Himmel gewandt, seine Flanke unter einem Lederverband vernarbt. „Die Erdenmutter schenkt den Weg“, sagte er, ohne mich anzusehen. Ich nickte nur, den Knochenkamm zwischen den Fingern drehend.
8. November 2026, 04:49