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Kapitel 1 · Ekamdugg Stufe 46 Zwerg Priester
Kunst des Zweifels
In Nordhain fragte mich ein Novize, ob ich wirklich ein Priester sei. Ich zwinkerte ihm zu und sagte, ich sei ein Schürfer, der das Licht gefunden habe, als er nach Gold grub. Er machte ein Gesicht, als ob ich ihn verspottete – vielleicht tat ich das auch. Die Abtei selbst hat etwas Tröstliches an sich, die Art von Ort, der einem das Gefühl gibt, man könne die Welt heilen, wenn man nur die richtigen Gebete findet. Ich habe sie nie gemocht. Denn wenn Gebete allein reichten, hätten meine Eltern noch gelebt.
Von dort ging ich nach Westfall, wo die Defias das Land wie eine offene Wunde bluten lassen. Bauern, die früher in Ruhe lebten, ducken sich jetzt hinter morschen Brettern. Die Miliz will sie ausheben. Ich half ein wenig, heilte, was zu heilen war, und schnitt Grimassen, während ich trug, was nicht zu heilen war. Ein Mann erzählte mir, sein Vater sei nachts von roten Masken geholt worden. Am liebsten hätte ich gesagt: "Dann hat er auch gelogen – jeder Bauer weiß, wo er los muss." Stattdessen nickte ich.
Ich habe mich gefragt, ob meine ewigen Witze nicht die einfachste Form der Feigheit sind. Was würde mein Vater sagen, wenn er mich jetzt sähe? Wahrscheinlich: "Hast wenigstens was gelernt, Junge – mach dich rar, solange andre sich schlagen." Ja, das würde er sagen. Vielleicht hat er ja recht.
8. November 2026, 04:51