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Kapitel 1 · Asalias Stufe 60 Nachtelf Jäger
Schwüle Wälder und alte Narben
Der Wald von Elwynn ist mir fremd. Seine Wärme, die leichten Winde, das allgegenwärtige Grün – es fehlt die uralte Dämmerung von Teldrassil, die gedämpfte Stille, in der ich meine erste Lektion lernte. Hier raschelt jedes Blatt, jeder Vogel scheint ein Spion. Ich schlich mich in Goldhain, beobachtete die ahnungslosen Händler und Marschall Dughans Männer, trank ein bitteres Gebräu im Gasthaus. Ihre Gespräche sind so oberflächlich wie ihre Ängste. Sie fürchten die Defias, die Gnolle, die Roggen, und wissen nichts von den wahren Mächten, die sie eines Tages niederringen werden. Als ich zur Abtei von Nordhain kam, spürte ich das Echo von Faols Willen, die Disziplin seiner Priester. Ich fühlte ihren Glauben, diese Wärme, und verachtete sie dafür. Was für eine schwache Waffe, an etwas zu glauben, was man nicht zwingen kann.
Am seltsamsten war die Pestilenznarbe. Ich streifte an ihrem Rand entlang, der Geruch von verrottendem Gewebe hing noch in der Luft. Nicht weit davon entfernt, in der Nähe von Corins Kreuzung, traf ich auf einen einsamen Reisenden, der fiebernd von einem grünen Dunst und flüsternden Gräbern sprach. Ich lächelte nur. Wie leicht sie sich doch von ihren eigenen Geschichten fressen lassen. Ich notierte mir die Stelle. Die Schwäche dieser Wesen, ihre Zerbrechlichkeit – sie ist das Versprechen für meine Zukunft.
8. November 2026, 04:58