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Kapitel 1 · Teranne Stufe 21 Untoter Magier
Die drei Weiden
Heute traf ich Ivan. Ein seltsamer Kerl, der nicht wusste, ob er hallo oder hilfe rufen sollte. Zwischen all den hirnlosen Zombies, die hier durch die Tirisfaler Wälder torkeln, stach er zumindest dadurch heraus, dass er Sätze bilden konnte – wenn auch kurze. Er wollte mich für seine Gruppe rekrutieren. Etwas vom „schnellen Leveln“ faselte er, als wäre das ein Schlachtplan. Lächerlich. Aber er hatte die Hartnäckigkeit eines Bluthundes, muss ich zugeben. Fragte, wo ich sei, bat mich zu kommen, als könne er mich mit Worten bewegen. Ich blieb bei den drei Weiden, wie der umgefallene Grenzstein, an dem ich lehnte. Wer mich will, der sucht mich auf. So einfach ist das.
Ivan sieht aus wie einer, der mehr mit Dolchen als mit Strategie kämpft. Vielleicht ein Schurke. Vielleicht nützlich. Kuenia hielt sich im Hintergrund, schleuderte ihr Feuer auf die klappernden Skelette, als ob sie persönlich etwas gegen Knochen hätte. Sie sprach von einer Gilde, die uns nicht in den Rücken fällt – eine kluge Sorge. Ich habe zu lange unter den Lebenden verbracht, um blindes Vertrauen zu üben. Aber vielleicht ist das die Gelegenheit, die ich suchte. Eine Gruppe, die kämpft und wächst. Ich werde sie führen, wenn sie es zulassen. Oder ich werde sie verlassen, wenn sie schwächeln. Die Verlassenen brauchen keine Mitläufer, sondern Überlebende. Morgen sehe ich weiter. Ivans Bitte klang echt, auch wenn sein Gejammer mich an ein winselndes Tier erinnerte. Wir werden sehen, ob aus Worten Taten werden.
8. November 2026, 07:53