Chronik

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Kapitel 3 · Teranne Stufe 21 Untoter Magier

Blut und Stille

Die Reise südwärts veränderte mich.

Ich zog durch das Vorgebirge, wo die grünen Hügel nach verbranntem Heu rochen. Tarrens Mühle lag da wie eine offene Wunde – die Verlassenen haben sie genommen, aber die Lebenden wehren sich noch. Ihre Kirche stand verlassen da, in den Bänken saßen unsere Toten. Ich setzte mich neben sie und dachte: Auch ich bin einst in solchen Bänken gesessen. Damals, als ich noch lebte. Oder besser, als dieser Körper lebte. Die Erinnerung daran gehörte mir nicht, aber sie war da.

Dann der Alte Hügelpass. Die Kälte dort erinnerte mich an Tirisfal. Ich suchte die Spuren von Thralls Flucht, las in den Steinen die Geschichte eines Sklaven, der sich zum Kriegshäuptling aufschwang. Ein Beweis, dass der Wille den Weg bahnt. Ich stand in den Ruinen von Durnholde, wo Blackmoores Schatten noch über den Steinen hing. Taretha Foxton, diese kleine Menschenfrau, die einem Ork das Leben rettete – sie verstand, was ich erst langsam begreife: Pflicht kennt keine Rasse.

Die Apotheker rufen mich zurück. Immer dreht sich alles um ihre Gifte, ihre Neue Seuche. Ich soll in Sümpfen stochern, Kröten fangen. Kräuter sammeln. Als ob ich eine Kräutersammlerin wäre. Aber ich gehorche. Der Drang in mir wird eines Tages gebraucht werden, und solange ich sammele und lerne, werde ich stärker. Und wenn die Stunde schlägt, werden sie mich nicht mehr als Sammlerin kennen.

8. November 2026, 08:22