Chronik

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Kapitel 2 · Ginerina Stufe 50 Untoter Krieger

Schmiedefeuer im Schnee

Heute bin ich nach Loch Modan gekommen. Ein verdammt weiter Weg von den versengten Klippen der Sengenden Schlucht, aber die Stille hier ist mir lieber als das ständige Knistern der Lava dort. Ich wusste, dass ich weiterziehen musste, als ich gemerkt habe, dass die Dunkeleisen den Hammer der Dämmerung nachäffen – dieselbe verbissene Besessenheit, die mich an die Sklavenhändler erinnert. Also habe ich den Bergkamm überquert, über das weiße, unwirkliche Grasland von Dun Morogh, und bin hinabgestiegen zu diesen grünen Hügeln, die die Zwerge ihr Eigen nennen.

Thelsamar hat mir den Rücken gestärkt. Die Zwerge hier sind von anderem Schlag als die Untoten in Unterstadt – sie reden nicht um den heißen Brei herum, sie halten einem nicht die Hand hin für Almosen. Blutwurst und ein kühles Bier, das ist die Währung, mit der sie zahlen. Ich habe mir eine neue Axt gekauft, schwer und kantig, und die Schmiedin, eine alte Zwergin mit grauem Zopf, hat mich nur schief angesehen und gesagt: "Die kriegst du schon rum, wenn du weißt, wie man sie schwingt." Keine Fragen, kein Mitleid. Perfekt.

Die Troggs im Nordosten haben mich heute auf Trab gehalten. Ich bin nicht hergekommen, um über die Vergangenheit zu brüten – dieser Thoradin und sein stolzes Arathor interessieren mich einen feuchten Kehricht. Die Erde bebt hier ständig von diesen Bestien, und jedes Mal, wenn ich einen mit einem einzigen Schlag zu Boden strecke, spüre ich, wie die Wut in mir ein kleines bisschen Platz macht. Vielleicht ist das der Grund, warum ich reise. Nicht um die Lande zu sehen, sondern um den Punkt zu finden, an dem mein Zorn und mein Atem eins werden. In Unterstadt wäre ich daran erstickt. Hier, zwischen den Kiefern im Schnee, kann ich noch atmen.

8. November 2026, 09:25