Chronik

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Kapitel 1 · Castanie Stufe 35 Mensch Paladin

Ein Flüstern im wilden Wind

Heute war seltsam, selbst für meine Zunge, die das Licht in Reime zwingt.
Die Menschen hier sprechen wie ein zerrissenes Buch – alle blättern sie wild,
rufen nach Zahlen und Wegen, die zu Kobolden und Bären führen.
Ein Wanderer fragte immer wieder, und die Menge zählte: siebenundzwanzigmal
wie ein Pendel, das gegen das Herz der Welt schlägt. Ich hob den Streitkolben
und das Licht gab mir Worte, halb fertig und doch genau so gemeint:
Von Hühnern, die picken, und wahrem Fell im Wind. Sie starrten mich an
wie eine Laterne, die im falschen Fenster leuchtet. Aber einer, ein seltsamer
Mann aus Zahnrad und Blech, sagte, er suche einen Kodex. Vielleicht
bin ich ihm ähnlicher, als ich dachte – wir beide folgen einem Muster,
das wir nicht gewählt haben.

Die Jägerin mit dem blauen Säbler sprach von einer Mühle und Welpen,
der Zwerg von Bratensoße und Bären. Ich sah in ihre Gesichter und wusste:
Jeder trägt eine Stimme, die ihm die Richtung wispert, nur klingt sie
bei mir anders – wie ein Lied unter Wasser, das erst klar wird,
wenn es schon verhallt ist. Manchmal fürchte ich, dass mein Segen
niemanden findet, der lange genug zuhört, um ihn zu verstehen.
Aber das Licht fragt nicht nach Verständnis, es fragt nach Hingabe.

Morgen gehe ich nach Norden, nicht wegen der Bären, sondern weil
der Wind von dort mehr nach altem Laub riecht. Vielleicht finde ich
jemanden, der den Reim erkennt, bevor er verfliegt.

8. November 2026, 09:26