Chronik

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Kapitel 1 · Johde Stufe 56 Troll Jäger

Die Federn der Stille

*Zeit vergeht.*

Die Wüste von Silithus hat mich geschluckt wie Sand einen Tropfen Wasser. Ich dachte, ich wäre nur auf der Durchreise, aber die Alpträume hier greifen nach mir, wenn ich die Augen schließe. Ich habe diese Druiden gesehen, diese Zirkel-Wächter, wie sie ihre Kreise ziehen und die Luft mit Flüstern füllen, das älter ist als jeder Baum. Einer von ihnen, ein Nachtelf mit zerfurchtem Gesicht, hielt mich für einen Späher des Schattenhammers – das war mir beinahe recht, denn seine Angst roch echt. Aber ich bin kein Späher, Schatz, ich bin nur eine Jägerin, die den falschen Weg nahm.

Der Krieg der wechselnden Sande hallt in jeder zerbrochenen Muschel und jedem leeren Panzer, der im Wind klappert. Ich habe die Überreste von Südwindposten gesehen – Wurzeln, die wie Knochen aus dem Boden starren, und eine Stille, die schwerer ist als die Mittagshitze. Es gibt hier nichts zu jagen, was nicht längst verrückt geworden ist. Vielleicht suche ich nur eine Entschuldigung, weiterzuziehen. Die gepanzerten Raptoren des Nordens warten noch immer, und ich spüre, wie meine Finger sich um den Bogen schließen, bereit für ein Ziel, das nicht aus Stein und altem Hass gemacht ist.

Meine Hand liegt auf der Vogelfeder an meinem Handgelenk. Sie erinnert mich daran, dass Geduld nicht immer bedeutet, auszuharren, wenn der Boden selbst giftig wird.

8. November 2026, 10:17