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Kapitel 1 · Daestra Stufe 44 Nachtelf Jäger
Blick zurück auf die Marschen
Die Düstermarschen dampften heute wie ein brodelnder Kessel. Der Schlamm reichte mir bis zu den Knöcheln, aber die Schlammkrauler spürten mich nicht. Atemzüge zählen, Gewicht verlagern, warten. Die Sehnen von sechs Jungkrabben hängen jetzt zum Trocknen über dem Lagerfeuer. Mehr braucht es nicht für einen guten Tag.
In Goldhain traf ich auf einen seltsamen Schwätzer, der vom "Leveln" faselte. Die anderen fielen über ihn her wie Geier über Aas, aber seine Worte hatten nichts mit der Jagd zu tun. Die Calatia mit ihrem scharfen Ton erinnerte mich an die Sergeanten von Darnassus – zu viel Lärm, zu wenig Spur. Ich blieb im Schatten des verfallenen Bogens und ließ sie ziehen. Der Krokilisk schnaubte nur.
Später die Fremde mit den vielen Fragen. Sie wollte nach Westfall, und ich sagte zu. Nicht aus Freundschaft, sondern weil zwei Augenpaare die Defias besser aufspüren als eins. Sie fragte nach meiner größten Angst, und ich griff unbewusst nach der vernarbten Stelle am Arm. Der Schattentiger lehrte mich mehr in einem Herzschlag als alle Lehrmeister zusammen. Geduld. Nur ein Wort, aber es hält mich am Leben. Morgen breche ich mit der Fremden auf. Das Brachland liegt hinter mir, die Schatten von Westfall vor mir.
6. November 2026, 10:02