Chronik

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Kapitel 2 · Dalea Stufe 36 Untoter Schurke

Die Narbe von Arathor

Heute bin ich über den Aufstieg von Arathor gelaufen. Früher war das nur ein Hügel, auf dem man lagerte, wenn man zwischen den Sümpfen und Lordaeron unterwegs war. Jetzt haben sie da Steinformationen aufgestellt und nennen es heiligen Boden. Ich hab mir gedacht: Heilig? Da hat ein sterblicher König ein bisschen Stein auf Stein gesetzt und sich eingebildet, dass das ewig hält. Und wisst ihr was? Es hält ja auch noch. Aber nicht wegen der Arathi.

Auf dem Rückweg zur Unterstadt bin ich an den Ruinen von Lordaeron vorbei. Da stand ein junger Verlassener, so einer, der noch frisch aus der Erde gekrochen ist, und hat die Inschrift am Grab von Terenas studiert, als ob er da was lernen könnte. "Was weißt du schon von Königen?", hab ich ihn angefaucht. Er hat nur mit den Schultern gezuckt und ist weitergegangen. Früher hätte man so einen Respekt gelehrt, mit einem Fausthieb, wenn's sein muss.

Aber die Unterstadt selbst verändert sich auch. Die neuen Gänge, die sie gegraben haben, während ich weg war – die riechen nach frischer Erde, nicht nach dem vertrauten Moder, den ich kenne. Vielleicht bin ich wirklich das letzte Stück von dem Lordaeron, das noch weiß, wie es riecht, wenn ein Königreich wirklich stirbt.

8. November 2026, 14:56