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Kapitel 1 · Ithae Stufe 41 Nachtelf Jäger
Heldengeschichten
Ich bin in den Schattenhallen von Darnassus aufgewachsen, zwischen Bogenöl und Lederstreifen, und habe meiner Mutter beim Ausbilden der Jäger zugesehen, bis ich alt genug war, selbst einen Pfeil zu spannen. Damals habe ich gelernt, dass die Wahrheit meistens das Langweiligste im Raum ist, und dass ein gut erzähltes Lügenmärchen mehr wert ist als jeder sture Fakt. Heute bin ich in Sturmwind. In der Menschenstadt aus weißem Stein – wieder aufgebaut aus Schutt, sagt man. Eine Kolossfestung, ganz anders als unser Teldrassil, und doch: Die Luft hier riecht nach Eisen und Schweiß, nicht nach Moos und Nacht.
Im Tal der Helden blieb ich stehen. Fünf Statuen, fünf Tafeln, fünf Namen, die jeder hier kennt. Turalyon, Khadgar, Alleria – vermisst, vermutlich tot, gefangen hinter dem Portal. Die Kameraden haben Abschiedsgrüße eingraviert, so feierlich und traurig, dass ich fast geglaubt hätte, das wäre ein richtiges Grab. Hab ich den Mund gehalten? Natürlich nicht. Ich hab zu einem Wachsoldaten gesagt, Alleria sei gestern Abend an mir vorbeigeschwebt, ganz in Weiß, und sie suche ihr Tagebuch. Der Mann ist blass geworden. Manche Menschen glauben einfach alles. Vielleicht sollte ich öfter nach Sturmwind reisen.
8. November 2026, 15:57