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Kapitel 1 · Mestia Stufe 28 Zwerg Jäger
Das Jagdfieber von Waldeslied
Ich habe gelernt, dass die Welt voller Mauern ist, die man nicht mit den Augen sieht. Thoradinswall trennt nicht nur Arathi von Hügellandhof — er trennt auch die Vergangenheit von der Gegenwart, die Täuschung von der Wahrheit. Die Steine dort sind kalt, aber die Wächter von Dun Garok sind es noch kälter. Ich beobachtete sie einen halben Tag, wie sie ihre Patrouillen laufen, wie sie Feuer machen, wie sie einander ansehen. Kein Zwerg dort weiß, was es heißt, einen Frostsäbler auf der Fährte zu haben, aber das ist auch gut so. Ich jage nicht sie. Ich jage das Wild, das durch ihre Schatten schleicht.
Doch dann kamen die Berichte von Waldeslied zu mir. Ein Druide, der von Verderbnis spricht. Eine Dryade, die auf Schwestern wartet, die nie zurückkehren werden. Ich kenne dieses Warten. Ich kenne die Stille, die einkehrt, wenn jemand nicht wiederkommt. Die Satyrn haben die heiligen Stätten besudelt, genau wie die Dunkeleisenzwerge die Jagdgründe meiner Sippe verseuchten. Als mir ein Nachtelf von dem Kelch von Elune erzählte, den Pilger einst suchten — da packte mich die Neugier. Ein Jagdgrund ist nicht nur Wald. Ein Jagdgrund ist auch, was in seinem Herzen bewahrt wird. Und wenn die Satyrn das Herz vergiften, verrottet der ganze Wald.
Mein Frostsäbler zitterte heute, als ich die Spuren eines gehörnten Wesens im feuchten Laub roch. Wir werden sie verfolgen. Nicht um zu erlegen — erst einmal nur, um zu verstehen. Aber danach, das weiß ich jetzt schon, werde ich schießen. Man lässt keine Schmarotzer in heiligem Holz hausen. Das hätten die Gnome auch nicht tun sollen.
8. November 2026, 16:55