Chronik

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Kapitel 1 · Akpiato Stufe 51 Tauren Krieger

Die erste Lektion der Toten

Ich ging hinab nach Unterstadt. Die Dunkelheit roch nach nasser Asche, die Luft zog so langsam, dass man meinte, sie atme nicht mehr — aber die Verlassenen atmen ja auch nicht, und sie bewegen sich trotzdem.

Ein Wächter mit klaffender Wunde im Hals sprach mich an, kaum dass ich die erste Ebene erreicht hatte. Seine Stimme klang wie trockenes Laub, in das ein Wind fährt. Ich fragte ihn sofort nach den Schreckenslords, und er lachte. Kein fröhliches Lachen, eher ein Knirschen. Sagte, die Schreckenslords hätten sie beherrscht, bevor Sylvanas sie befreite. Jetzt herrschten die Verlassenen sich selbst. Ob ich das könne? Mich selbst beherrschen im Angesicht des Todes?

Ich wusste keine Antwort. Seine toten Augen musterten mich einen Herzschlag lang, dann bedeutete er mir zu gehen. Ich notierte mir seine Frage auf einen Lederstreifen und steckte ihn zu den anderen — vielleicht verstehe ich sie eines Tages, wenn ich alt bin und genug gelernt habe.

Oben in den Ruinen von Lordaeron roch es nach Moder und versunkener Größe. Ein Stein trug die Inschrift „Terenas Menethil, letzter wahrer König“. Ich zählte die Jahre, seit er fiel. Ich war noch nicht geboren.

Nun schreibe ich dies im Schatten der unteren Brücke, und zum ersten Mal frage ich mich ernsthaft: Was lernt einer, der schon tot ist? Die Antwort steht noch auf dem Streifen.

8. November 2026, 17:53