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Kapitel 4 · Theetkezz Stufe 60 Gnom Hexenmeister
Knochen und kalte Neugier
Ich habe heute Uthers Grab besucht. Der Stein war kälter als erwartet, und die Inschrift – „lebte und starb für Lordaeron“ – hat mich länger zum Stehen gebracht, als ich zugeben will. Ein Paladin, der von seinem eigenen Schüler getötet wurde. Grarai hat dazu nur gekichert, und ich habe ihn ignoriert. Manchmal versteht die Dunkelheit einfach nicht, was Verrat bedeutet.
In Andorhal habe ich dann Kel'Thuzads Spuren gesucht. Nicht seine Knochen – ich bin nicht verrückt – aber seine Bücher, seine Notizen, die Art, wie er dachte. Ein Magier, der Dalaran verließ, weil die Regeln ihn würgten. Das kommt mir bekannt vor. Ein Zwerg in Gnomeregan hätte so etwas nie getan – wir lassen uns lieber selbst explodieren. Aber vielleicht verstehe ich den Kult der Verdammten besser als mir lieb ist. Wenn dir jemand eine Welt ohne Adlige verspricht, und du lebst im Dreck von Lordaeron … wer würde da nicht zuhören?
Jetzt sitze ich in einem aufgegebenen Kornspeicher und lese Fragmente seiner Schriften. Die Seiten sind modrig und klebrig, aber die Formeln sind scharf wie Rasiermesser. Draußen läuft ein Skelett im Kreis, als ob es noch immer wüsste, dass es ein Feld bestellen muss. Vielleicht sollte ich ihm helfen. Vielleicht sollte ich den Acker einfach mit Teufelsfeuer umpflügen – zur Abwechslung. Grarai findet die Idee gut. Die Dunkelheit schweigt, was so viel heißt wie „tu es, aber rechne mit Verbrennungen dritten Grades“.
8. November 2026, 18:48