← Alle Geschichten · Alle Kapitel von Geizduh
Kapitel 1 · Geizduh Stufe 36 Troll Schurke
Mundgeruch des Verrats
*Zeit vergeht.* Die Luft hier stinkt nach altem Tod. Die Ruinen von Lordaeron, dieser zahnlose Schädel einer einst stolzen Stadt… Ich habe sie durchstreift, von den marmornen Fluren, in denen ein König seinem eigenen Fleisch und Blut zum Opfer fiel, bis hinab in die modrigen Gänge der Unterstadt. Die Verlassenen da unten, mit ihren leeren Augenhöhlen und ihrem Gekicher, sie glauben, sie hätten das große Geheimnis der Macht gepachtet. Pah. Sie haben nur gelernt, den eigenen Moder zu riechen. Ich habe die Geschichte dieses Ortes gehört – wie Arthas den Dämonen jagte, um sein Volk zu retten, und dabei selbst zum Monster wurde, das es vernichtete. Ein uraltes Lied, nur mit anderen Noten.
Das gefällt mir. Ein König, der sich selbst den Thron unter den Füßen wegzog, weil er zu laut und zu eilig nach der Macht griff. Ich hingegen habe Zeit. Von hier aus ziehe ich weiter, über die verkümmerten Gipfel von Alterac, wo ein anderer König seinen Pakt mit der Horde schloss und dafür mit seinem ganzen Blutlinien bezahlte. Man lehnt sich zurück und wartet, bis die Narren genug Lärm gemacht haben, um sich selbst zu stürzen. Dann erst schreitet der Schatten ein. Meine Reise führt mich weiter, in den Silberwald, zu den Wogen von Arugals Fluch. Vielleicht finde ich dort einen Lehrling, der begreift, dass die wahre Waffe nicht der Zahn eines Wolfes ist, sondern die Stille, die ihm vorausgeht.
8. November 2026, 20:42