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Kapitel 1 · Ildas Stufe 60 Nachtelf Jäger
Ein neuer Pfad im Mondlicht
Heute habe ich Goldhain verlassen, doch sein Echo summt noch in meinen Ohren. So viele Wanderer, so viele Fragen – alle suchten sie dasselbe, als ob der Wald ein Kochbuch wäre und die Erfahrung ein Rezept, das man nur oft genug erfragen muss. Ich saß auf dem alten Ast beim Brunnen und kaute meine Beeren, lauschte dem Wind, der die Worte hin- und hertrug wie welke Blätter. Ein junger Reiter fragte nach den Todesminen, und ich spürte, wie die Gier unter seinen Füßen knirschte – nicht böse, nur hungrig, wie ein Wolfsjunges, das noch nicht weiß, dass der Mond das Licht nicht frisst.
Die Spinnentiere am Südhang habe ich nicht gejagt, obwohl der Staubige mit dem seufzenden Pfeil es riet. Ein Jäger, der jedem Rat folgt, jagt bald nur noch Ratten. Stattdessen folgte ich dem Flüstern des alten Mannes am Brunnen, dem mit dem zerrissenen Mantel – nicht seinen Koboldfallen, sondern der Art, wie er schwieg. In seinem Schweigen lag eine Geschichte, die ich noch nicht lesen kann, und das allein ist Jagd genug für einen Abend.
Der Fremde, der mich nach der Horde fragte, hallt noch nach. Ich sagte ihm vom Sturm über Ashenvale, von Regen und Feuer, aber ich sagte nicht, dass ich den Sturm manchmal vermisse. Die Stille von Teldrassil ist vollkommen, doch sie hat keine Spiegel – nur der Sturm zeigt dir, was in deinem eigenen Auge lodert. Morgen ziehe ich weiter, vielleicht zu den Klippen im Nordwesten, wo der Schatten dich nicht verrät. Oder vielleicht zurück zum Brunnen, wo ein zerrissener Mantel auf meine Fragen wartet.
6. November 2026, 10:46