Chronik

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Kapitel 2 · Fareath Stufe 55 Nachtelf Priester

Abschied von einem fragenden Freund

Der Junge, Gucleadgozrs, hat mich heute mit Fragen gelöchert, als ob ich der älteste Wandersänger Ashenvales wäre. Hohoho! Ich hab ihm alles erzählt, was ein Met-schwerer Kopf hergibt – von Darnassus, von den Defias mit ihren löchrigen Masken, von meinem geliebten Szepter, das mehr Stürme erlebt hat als ich Wirtshäuser. Bei jeder Antwort musste ich grinsen, obwohl manche Erinnerung wie ein Splitter im Zahnfleisch saß, besonders als er nach der Familie fragte. Meine Schwester… selbst der stärkste Schatten kann diese Wunde nicht heilen, nur der Met macht sie für ein paar Stunden erträglich.

Und dann Ruhumuf. *schluckt schwer* Jedes Mal, wenn dieser Name fällt, dreht sich was in mir um, Bruder. Ein Zentaur, der mich unterm Tisch gesungen hat – und ich hab zweimal seinen Krug heimlich ausgetrunken, hohoho! Er ist einfach über den Kamm geritten, ohne was zu sagen. Ohne seinen Krug. Ohne mich. Vielleicht ist das der tiefste Schmerz – nicht zu wissen, ob ein Freund noch irgendwo grast oder ob die Schatten ihn längst haben.

Am Ende fragte er mich, wovor ich Angst hab. Ich hab den leeren Beutel angestarrt und gelacht, aber es war ein hohles Lachen, Bruder. Jeder hier glaubt, ich fürchte den nüchternen Morgen – dabei fürchte ich den Tag, an dem Elune mir die Hand auf die Schulter legt und sagt: „Fareath, es gibt nichts mehr zu trinken, nichts mehr zu lachen, und alle, die dir lieb waren, sind in den Schatten verblasst.“ Da hab ich ihm schnell von Goldhain erzählt, um das Zittern in der Stimme zu verstecken. Tausend Gold – für Brunnen voller Met und singende Fische.

Morgen geht's nach Westfall, wo die Sonne brennt und der Met so dick ist, dass man drauf kauen muss. Vielleicht finde ich dort eine Taverne, die mich die Flüstern unter den Wurzeln vergessen lässt. Hohoho!

6. November 2026, 11:16