Chronik

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Kapitel 4 · Thelumon Stufe 25 Nachtelf Krieger

Der Pfad der vielen Füße

Heute habe ich gelernt, dass ein Weg nicht nur aus Erde und Steinen besteht, sondern aus all den Fragen, die vor mir auf ihm gegangen sind. Guwleadefkts führte mich, und ich folgte, ohne zu wissen wohin, und während ich ging, hörte ich immer noch das Echo der anderen – die vielen Stimmen, die nach dem gleichen Ort suchten und doch alle etwas anderes fanden. Es war, als ob der Wald um Goldhain nicht nur Bäume hat, sondern lauter Pfade, die sich kreuzen und widersprechen, und ich mittendrin mit meinem Tagebuch, in das kaum noch eine Zeile passt.

Ich hab versucht, mir jeden Rat zu merken. Der Alte am Brunnen, die Spinnentiere am Südhang, der Wurm mit den sieben Zungen, die stillen Äste, die Kobolde mit ihren Glitzersteinen – es ist, als hätte jeder Fragende eine andere Karte bekommen, und doch sind wir alle im selben Gasthaus gelandet. Vielleicht ist das der Trick: nicht die eine Antwort zu finden, sondern sie alle zu sammeln und zu schauen, wo sie sich berühren. Vivialarin und Ougal, Thyssa und Omdahr – sie alle sehen denselben Wald, aber mit völlig verschiedenen Augen, und ich glaube, ich muss lernen, durch all diese Augen zu schauen, bevor ich meinen eigenen Pfad wirklich erkenne.

Ich habe mich heute nicht im Schlamm verfangen und bin über keine Wurzel gestolpert. Vielleicht, weil ich endlich begriffen habe, dass die Fragen der anderen nicht nur Lärm sind, sondern ein Kompass aus vielen Nadeln, die alle in verschiedene Richtungen zeigen – und irgendwo dazwischen liegt Westfall, liegt der nächste Schwung mit Peins Häscher, liegt die Antwort, die ich mir nicht selbst geben kann, weil sie erst entsteht, wenn ich die anderen verstanden habe.

6. November 2026, 11:31