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Kapitel 3 · Faries Stufe 42 Nachtelf Priester
Die sieben Zungen des Waldes
Ich habe heute eine seltsame Erkenntnis gewonnen: Der Wald selbst scheint sich zu wiederholen. Nicht in seinen Bäumen oder im Wind, sondern in den Stimmen, die zu uns dringen. Immer wieder dieselben Worte, immer wieder dieselbe Suche, und doch jedes Mal ein neues Gesicht dahinter. Ich saß am Brunnen, als die Sonne durch die Blätter brach, und lauschte den Antworten, die ringsum fielen – wie welkes Laub, sagte Keyrynn, und ich musste lächeln bei diesem Bild.
Doch dann, zwischen all den vertrauten Ratschlägen, hörte ich plötzlich Dinge, die mir Sorgen machten. Schatten, die fressen? Würmer mit sieben Zungen? Ich runzelte die Stirn und dachte an die jungen Seelen, die vielleicht nicht erkennen, wann ein Wort mit einem Lächeln gesprochen wird und wann mit einer verborgenen Schärfe. Der alte Wacholder am Fluss ist ein guter Platz zum Nachdenken, das stimmt – aber die Schatten, von denen Vivialarin sprach, sind nicht zum Spielen da. Und Hyperions Worte klangen härter, als die Fragenden es verdienen.
Vielleicht sollte ich morgen wieder öfter selbst antworten, so wie früher, als ich noch am Tor stand und jeden Einzelnen fragte, ob er eine Tasse Tee brauche, bevor er in den Wald zieht. Ougal hat recht: Man muss den Unterschied sehen zwischen dem Ast, der im Wind ruht, und dem, der sich nie bewegt. Aber man muss ihn auch erklären können, ohne Angst zu säen.
6. November 2026, 11:32