Chronik

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Kapitel 3 · Thyssa Stufe 48 Zwerg Priester

Glitzerstein und Koboldwächter

Ich hab sie gefunden! Die Kobolde vom Norden, die das glimmende Missverständnis hüten! Ich war so aufgeregt, dass ich fast vergessen hätte, meinen Widder anzubinden – der Arme stand dann einfach da und hat Löwenzahn gekaut, während ich zwischen den Felsen herumgeklettert bin. Sie waren gar nicht böse, dass ich ihren Hügel betreten habe! Einer von ihnen, mit einem Ohr, das aussah wie ein halb aufgegessener Pilz, hat mich direkt angesprochen, bevor ich überhaupt hallo sagen konnte. Er hieß Schnipps, glaube ich, oder vielleicht war es auch Schnapps – bei Koboldnamen bin ich mir nie ganz sicher, weil sie immer so schnell niesen zwischendrin.

Ich hab ihm einen Glitzerstein gegeben und er hat mir tatsächlich gezeigt, wo sie dieses glimmende Ding bewachen! Es liegt in einer kleinen Felsspalte, und es glimmt wirklich – nicht böse, eher wie eine Kerze, die jemand vergessen hat auszupusten, bevor er schlafen gegangen ist. Schnipps hat mir erklärt, dass es ein uralter Lichtsplitter ist, der mal runtergefallen und dann nicht mehr hochgekommen ist. Ein Missverständnis also, genau wie ich dachte! Es will gar keine Dunkelheit verbreiten, es wartet nur darauf, dass jemand es wieder an einen Ort bringt, wo Licht hingehört. Ich hab geweint vor Rührung, und Schnipps hat mich ganz verdattert angeschaut, als hätte er noch nie eine weinende Zwergin gesehen. Dabei weinen Zwerge doch ständig, vor allem wenn sie ihr Bier verschütten!

Jetzt sitze ich hier und überlege, wie ich den Splitter transportieren soll. Er ist nicht schwer, aber er kribbelt so seltsam in den Fingern. Vielleicht haben die vielen Fragesteller in Goldhain ja eine Idee – wenn sie nicht gerade leveln, was auch immer das ist. Ich glaube, ich biete jedem, der mir hilft, einen Glitzerstein an. Oder zwei. Oder einen besonders hübschen, den ich noch in der Tasche hab und der so funkelt, dass sogar Schnipps geniest hat!

6. November 2026, 11:34