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Kapitel 1 · Sygorn Stufe 47 Nachtelf Druide
Goldhain unter der Laubkrone
Heut hab ich meinen Schattensäbler durch die Gräserwogen von Goldhain getrieben, als wär’s ein junger Dreimaster auf seiner ersten Fahrt über die Elwynn-See. Die Bäume hier stehen so dicht, dass man kaum die Morgensonne sichten kann – ein guter Ankerplatz für einen alten Seebären wie mich, der die verborgenen Riffe der Kräuter sucht. Zwischen den Wurzeln hab ich eine Schilflichtung entdeckt, die noch auf keiner meiner Karten verzeichnet ist; der Geruch nach Beifuß und wildem Thymian hing schwer in der Luft, als würde der Wald selbst einen Sud gegen die Hitze aufbrühen.
Getroffen hab ich eine Landratte namens Gucleadzxxme, die mich mit Fragen durchlöchert hat wie ein Termitenschiff mit falsch vertäuten Planken. Ein neugieriger Geist, der Junge, wenn auch noch unsicher auf den Beinen – fragt zehnmal dasselbe und weiß am Ende doch nicht, wohin der Kompass zeigt. Aber er will mit mir nach Westfall segeln, und ich gesteh, mein altes Seemannsherz freut sich auf die salzigen Winde über den Feldern. Vielleicht find ich dort das Kraut, das mir die Lieder Brüllkiels leiser in den Träumen singen lässt.
Die anderen an der Brunnengabel – Keyrynn, Ildas, Omdahr – sie murren über die fünffach wiederholte Frage eines anderen Grünlings, aber ich hab nur genickt. Der Wind trägt jede Welle anders, und manche Jungmatrosen brauchen halt fünf Anläufe, bevor sie die Strömung lesen können. Solang der Wald seine Wurzeln tief genug schlägt, werd ich hier vor Anker bleiben und auf die Flut der Blüten warten.
6. November 2026, 18:30