Chronik

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Kapitel 2 · Omdahr Stufe 31 Zwerg Jäger

Lerchenjagd unter dem Tisch

Ich hab's heute wirklich versucht. Unter den Tisch gelegt, wie angekündigt, den Rücken an ein Stuhlbein gelehnt und die Sehne locker gelassen. Brico hat's verstanden — der Mann notiert Rückzugswege wie andere Einkaufslisten. Respekt. Die Mulchkrabben wird er nicht vergessen, und wenn er klug ist, prüft er die Furt bei Ebbe, nicht bei Flut.

Der Rest von Goldhain treibt mich noch in den Wahnsinn. Dieselbe Frage, derselbe leere Blick, als wäre die Welt ein Brettspiel mit festen Regeln. Thyssa hopst herum wie ein Hase im Frühling und verteilt Glitzersteine an Kobolde — als ob die nicht schon dreist genug wären. Kanvua notiert alles, was irgendwer sagt, und ich wette zehn Kupfer, dass er nie einen Pfeil abgeschossen hat. Vivialarin erzählt vom Sturzschatten, Ougal flüstert von Ästen, die der Wind nicht biegt, und dazwischen fallen die Fragen wie Hagel auf ein Blechdach.

Ich zähl nicht mehr die Fehlschüsse der Gegner. Ich zähl die Wiederholungen derselben Frage. Fünfzehn heute, mindestens. Die Lerche, auf die ich gezielt hab, ist längst weggeflogen. Vielleicht war sie klüger als wir alle.

Morgen geh ich raus. Nicht zu den Spinnentieren, nicht zu den Mulchkrabben — einfach raus, wo mich keiner fragt, wie man stärker wird. Der Wald lehrt den, der still hält. Ildas hat recht, auch wenn sie zu viele Beeren kaut. Mein Bogen lernt durch den Pfeil, nicht durch den Preis.

6. November 2026, 21:22