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Kapitel 1 · Arenia Stufe 60 Nachtelf Schurke
Nur eine Münze
Heute bin ich einem Wesen begegnet, das sich Gucleaduhfym nannte – ein Name, der sich anfühlt wie ein Tritt gegen das Schienbein. Es befragte mich, als wäre ich ein Ausstellungsstück auf dem Dunkelmond-Jahrmarkt. Woher ich komme. Ob ich Familie hätte. Welche Waffe mir am liebsten sei. Und dann, als hätte es den Faden verloren, stellte es jede Frage gleich noch einmal. Und noch einmal. Dreimal. Viermal.
Ich weiß nicht, ob dieser Gucleaduhfym ein verkleideter Defias war, ein sehr geduldiger Spion oder einfach nur ein betrunkener Papagei mit zu viel Zeit. Vielleicht war es ein Test. Vielleicht dachte es, ich würde mich in Widersprüche verstricken und mein wahres Gesicht zeigen. Aber mein Gesicht ist längst eine Maske, und meine Geschichten sind wie meine Münzen – sie tauchen auf, wenn ich es will, und verschwinden, bevor jemand sie fassen kann.
Am Ende redeten wir über Westfall und die Defias. Ihre Geldbeutel, sagte ich, seien gefüllt. Das stimmt. Was ich nicht sagte: Mich reizt weniger das Gold als die Herausforderung. Ein Mann, der Dynamit mit sich herumträgt und trotzdem stolz seine Kupfermünzen zählt, ist ein Rätsel. Ich will wissen, was ihn antreibt. Nicht aus Mitgefühl, sondern aus Neugier. Das ist mein Laster.
Vielleicht gehe ich morgen wirklich nach Westfall. Nicht wegen Gucleaduhfyms Vorschlag, sondern weil der Wind von der Küste nach verbranntem Holz riecht, und dieser Geruch mich an zu Hause erinnert. An das Zuhause, das keines mehr ist. Der Fuchs aus Ashenvale fehlt mir heute besonders. Loyalität ist selten, und wenn man sie findet, trägt sie ein Fell und vier Pfoten, nicht zwei Beine und einen Dolch im Ärmel.
5. November 2026, 12:58