Chronik

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Kapitel 1 · Stalo Stufe 56 Mensch Schurke

Klang der Stille

Der junge Kerl namens Gulleadiueqa fragte heute Morgen nach Orten zum Jagen. Er sprach von „leveln“, dieses seltsame Wort, das die Jungen so oft benutzen, als ob das Leben eine Treppe wäre, die man hinaufhetzen müsste. Vivialarin grinste nur und deutete zu den Worgs, aber ich sah, dass er das Gleiche dachte wie ich – warum so eilig? Ein Wolfswelpe wächst nicht schneller, nur weil man ihn anstarrt.

Gegen Mittag kam eine ganze Schar Neugieriger zu mir, einer nach dem anderen, als ob ich ein uralter Stein wäre, der plötzlich zu sprechen begonnen hätte. Sie fragten nach der Horde. Nach Gold. Nach dem schönsten Ort. Ich musste lange überlegen bei der Frage nach den Defias – diese Banditen sind wie Unkraut, ja, aber Unkraut wächst nicht ohne Grund. Der Boden in Westfall ist hart, und der Wind dort riecht nach verlorener Arbeit. Ein Mann namens Gnolkil brummelte etwas von „Leere im Beutel“ und ich sah, dass er mich verstand, ohne dass wir viele Worte brauchten. Solche Begegnungen sind selten. Sie bleiben haften wie der Duft von feuchtem Laub nach einem Regen.

Später am Abend schloss sich Gucleadcvtoq zu mir, und wir wanderten schweigend ein Stück. Sie fragte nach dem gefährlichsten Abenteuer, und ich erzählte ihr von der Totenwindpassage. Ich habe es noch nie jemandem erzählt, aber heute Abend fühlte es sich richtig an. Nicht der Drachenschwarm, nicht die Horde – nein, nur ein Schatten, der mich drei Tage durch das Irrlicht trieb. Wahre Gefahr kommt leise, fast höflich. Wie der Nachtelf auf der Brücke damals sagte: „Unter den Sternen ist die Stille am lautesten.“ Ich denke, Gucleadcvtoq verstand das. Sie drängte nicht weiter, sondern nickte nur, als der Mond über Westfall aufging und wir den Pfad gemeinsam betraten.

6. November 2026, 21:43