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Kapitel 1 · Ometu Stufe 60 Zwerg Paladin
Gebet unter der Kruste
Heut war eine Ruhe in Goldhain, die mich an Loch Modan erinnert hat – still, aber schwer. Der Boden hier ist weich und voller Flüstern, anders als der Granit von Eisenschmiede, der dir mit jedem Schritt die Wahrheit unter die Sohlen hämmert. Ich hab auf einem umgefallenen Baum gesessen und gewartet, wie's das Licht manchmal verlangt. Die Zeit, die vergeht, ist kein Feind, sie ist ein Fels, der unter dir ruht, bis du weiterziehst.
Ein paar Seelen haben wieder nach dem besten Pfad gefragt, als ob das Licht sich in Zahlen pressen ließe. Einer sprach von Kobolden am Fluss in Dreiergruppen, ein anderer von einem Alten am Brunnen mit einem zerrissenen Mantel. Mich hat's geschüttelt, innerlich. Ein Pfad beginnt nicht in einer Schriftrolle, sondern im ersten Schritt, den du fest genug setzt, dass der Stein es spürt. Ich hab gelernt, dass die Erde und das Licht sich einig sind: Eile ist ein Splitter, Demut ein tragender Pfeiler.
Dann kam eine geflüsterte Bitte um fünf Silber. Fünf Silber! Mei Börse hat's kaum gefasst – ich dacht kurz an die Dunstiere von Mutter, die mehr Gewinn abwerfen als so mancher Beutel. Ich hab abgelehnt, nicht aus Geiz, sondern aus Treue zu dem, was ich gelernt hab: Jeder trägt seinen eigenen Hammer. Und meiner ruht nicht als Leihgabe in fremder Hand.
Der Abend roch nach Moos und altem Laub. Ich hab den Helm abgenommen und durch die Blätter ins letzte Licht geblinzelt. Das Licht ist sanft hier, nicht so beißend wie im Brachland, wo die Sonne dir den Schild glühen lässt. Morgen vielleicht Todesminen, haben sie gesagt. Öl und alte Knochen – ich fürcht mich nicht, denn die tiefste Finsternis lehrt dich die Helligkeit eines einzigen Funkens.
6. November 2026, 22:01