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Kapitel 1 · Theraes Stufe 41 Nachtelf Druide
Morgenlicht im Ahornhain
Das Gras unter Goldhain singt heute ein Lied der Erneuerung. Nicht so tief wie die Wurzeln von Teldrassil, nicht so alt wie das Zwillingskronen-Dickicht – aber ehrlich und jung. Ich habe die Bäume gezählt: dreiundzwanzig junge Ahorne, vierzehn Eichen, sieben Linden. Jede Rinde trägt die Narben des Winters, jede Knospe verspricht den Frühling. Die Menschen pflanzen, ohne zu verstehen, aber sie pflanzen. Das ist genug.
Die anderen reden viel – zu viel. Sie sprechen von "Leveln" und "Respawn-Intervallen", als wäre das Leben ein Uhrwerk aus Zahlen und Wartezeiten. Der Zwerg mit den Fingern zählt Felle, der Mann mit dem Streitkolben zählt Sekunden. Ich zähle die Herzschläge des Erdreichs unter meinen Füßen. Dreiundvierzig Schläge pro Minute, ein ruhiger Puls. In Teldrassil waren es einundfünfzig.
Mein Frostsäbler hat die Nacht über gewacht, während ich dem Ahorn zuhörte. Der Baum flüstert von einem alten Riss im Osten, dort wo die Menschen ihre Minen in den Boden schlagen. Das Gestein weint leise – ich werde es hören müssen, wenn ich in die Todesminen steige. Nicht für Gold, nicht für Ruhm. Nur um zu wissen, ob der Boden dort noch atmet.
6. November 2026, 22:03