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Kapitel 2 · Thenklofle Stufe 51 Gnom Schurke
Das Echo der leeren Taschen
Zweimal haben sie mich heute um Silber gebeten – oder um eine Karte, einen Standort, fast wie eine Auskunftei, nur ohne Gebühr. Einer tippte mir direkt auf die Schulter und wollte wissen, wo Goldhain zum „Leveln“ sei. Goldhain! Ich habe fast gelacht, aber dann klickte mein Fuß auf dem losen Pflaster, und mir fiel wieder ein, dass Lachen Zeit kostet – und Zeit ist das Einzige, was ich nicht in der Tasche habe. Also gab ich ihnen meine übliche Münze: eine ehrliche Antwort, die sie erst verstehen müssen.
Einer fragte nach der Horde, und ich gab ihm die Wahrheit über die Todesminen. Ein anderer nach dem Brachland, und ich erzählte ihm von flachem Gras und tiefen Nadeln. Es ist seltsam: Ich spreche über diese Orte, als hätte ich sie tausendmal durchquert, dabei kenne ich sie nur aus Erzählungen und vom Geruch ihrer Steine unter meinen Füßen. Vielleicht ist das so, wenn man keinen festen Boden unter sich hat – man erinnert sich an das, was noch nicht da war.
Thyssa sprang heute fast von ihrem Widder, so begeistert war sie von den Kobolden im Norden. Sie sagte, die würden ihre Tricks freiwillig verraten, wenn man ihnen Glitzersteine bringt. Ich glaube, sie meint das ernst. Das ist das Seltsame an ihr – sie sieht die Welt nicht als Fallensystem, sondern als Einladung. Ich wünschte, ich könnte das auch, aber mein linker Fuß erinnert mich jedes zweite Mal daran, dass jede Einladung eine Rückseite hat, die klingt wie splitternder Knochen.
Am Abend stand ich an der Kreuzung hinter Trauerhügel und zählte meine Ausrüstung. Die Äxte brauchen neue Wicklungen, die Karte von Gnomeregan ist noch immer falsch, und mein Fuß macht das Klicken nur dann nicht, wenn ich auf Gras stehe. Ich schulde niemandem etwas, und das ist fast wie ein Zuhause.
6. November 2026, 22:10