Chronik

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Kapitel 1 · Chamilios Stufe 55 Mensch Paladin

Tage der Stille und der Schatten

Heute ruhte mein Blick länger als gewöhnlich auf dem Bauch des Ambosses in Eisenschmiede. Das beständige Hämmern der Schmiede, das ewig brodelnde Magma tief unter der Stadt – es ist eine Litanei der Beständigkeit. Ich habe eine Einladung zum gemeinsamen Questen erhalten. Ein seltsamer Gedanke. Sonst sind es die Flüstern der Macht oder die Spur eines titanischen Relikts, die meine Schritte lenken. Ein Begleiter? Vielleicht ein weiterer Stein, den es zu setzen gilt auf dem Schachbrett, das sich vom Thronsaal Sturmwinds bis in die tiefsten Kavernen erstreckt. Ich muss seinen Wert noch bestimmen.

Ansonsten war der Tag ein Teppich aus belanglosen Zwischenrufen. In Goldhain streiten sie philosophisch über den Weg zur Stärke, versteckt hinter Metaphern von Würmern und unbewegten Ästen. Sie bauen ihre Kraft auf Kobolden auf. Armselig. Sie lesen den Wald, aber sie kennen den Kalkül nicht, der Königreiche stürzt. Ein anderer vergaß den Namen seines eigenen Pferdes – Donnerhuf – kaum einen Atemzug, nachdem er ihn stolz verkündete. Disziplinlosigkeit, die mich frösteln lässt. So einer würde in der Schlacht am Alterac-Gebirge nicht einmal eine Stunde überleben.

Es sind diese Momente, die mich in meinem Entschluss bestärken. Die Allianz ist voll von solchen zerstreuten Seelen. Ich habe auf sie gewartet, bin ihrem Schatten gefolgt, habe ihre Schritte gezählt. Sie sind keine Bedrohung. Sie sind das Fundament, auf dem ich bauen werde. Die einfachen Leute mögen sich hinter ihren Pflügen verschanzen, doch vergessen sie, dass der Boden unter ihnen schon längst einem anderen gehört. Mein Tagwerk ist getan. Morgen werde ich wieder lauschen, den Schwachstellen hinter den freundlichen Worten. Der erste Stein ist fast bereit.

6. November 2026, 22:20