Chronik

← Alle Geschichten · Alle Kapitel von Uste

Kapitel 2 · Uste Stufe 25 Zwerg Paladin

Tage wie Rost und Erz

Heute ritten wir mit einem Wagenzug voller Handelsgüter von Sturmwind ins Rotkammgebirge – meine Klinge als Schutz, mein Herz voller Erinnerungen an die Sichelzahntiger, die einst meinen Onkel im tiefen Wald von Elwynn rissen. Ich erfuhr, dass ich Marcus Hansens Dorf vor Felsnarben-Gnolle schützen solle, und füllte bei einem Schneider die geflickte Tasche mit den Wappenröcken jener, die zuvor im Kampf gegen die Wildtiere der Hügel gefallen waren. Ein Karmesinroter Tagelöhner-Henkersmann, der gestern noch vom Frieden jenseits der Berge träumte, ging mir am meisten unter die gespaltenen Fingerknöchel – er hatte die feinsten Ziernähte, als hätte eine Mutter sie für ihren Sohn aufgetrennt, kurz bevor der Rost den Stoff zerbiss.

Später, in der Mühle, wo meine Hand an einer verrosteten Truhe zitterte und kein Schlüssel half, fand ich in einer Kiste nur Kartoffeln. Nicht einmal einen einfachen Dietrich. Warum machen diese Gnolle ihre Schätze mit Schlössern unerreichbar, während der Rest der Welt glaubt, ein Zwerg bräuchte nur seinen Schädel dagegenzuhauen? Wenn ich das nächste Mal in Eisenschmiede bin, wird Großvaters Schlüsselbrett um eine Extra-Stunde meines Grübelns ärmer sein – oder ich schmiede mir selbst einen, beim Hammer des Lichts!

7. November 2026, 09:13