Chronik

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Kapitel 1 · Uignas Stufe 50 Zwerg Krieger

Ockerfarbene Weite und spitze Nadeln

Heute schwirrten seltsame Fragen durch Goldhain wie Motten ums Laternenlicht. Immer wieder dieselbe Melodie: „Wo leveln?“, als wüsste keiner mehr, dass ein Schwert durch Übung schärfer wird, nicht durch Fragen. Ein Bursche mit einem Büchlein redete von „Mechanismen“ und „Fallgeschwindigkeit“, als wäre ein Kampf eine Rechenaufgabe. Vielleicht bin ich zu alt dafür – ich verlass mich lieber auf das Klingen im Nacken, das mir sagt, wann ich den Schild heben muss.

Einer fragte mich sogar, welche „Klasse“ ich hätte. Klasse! Als stünde ich in einer Parade. Ich hab ihm gesagt: Schwert und Schild, mehr braucht‘s nicht. Der Junge klang verwirrter als ein Maulwurf bei Sonnenaufgang.

Später erreichte mich eine flüsternde Frage nach dem Brachland und Tausend Nadeln. Das Brachland – flach wie ein Amboss, gut für Marschkolonnen, aber der Staub kriecht in jede Ritze. Tausend Nadeln dagegen, das sind keine Hügel, das sind Fallen aus Stein. Ein falscher Tritt, und du misst dein Leben in der Fallzeit. Ich hab den Fragesteller gewarnt, so gut ich konnte, aber ob er‘s begreift, steht auf einem anderen Blatt.

Dann der Ruf nach Sturmwind – endlich etwas Handfestes. Ich schwang mich auf den Widder, kannte den Weg bis zur Steinernen Taverne. Doch kaum war ich los, hieß es: Abbrechen. Zurück. Ich fragte, was passiert sei, aber die Antwort blieb aus. Also stand ich da, mitten auf der Straße, den Schild noch warm vom Ritt, und dachte mir: Befehl ist Befehl, aber ohne Grund schmeckt er schal wie abgestandenes Bier.

7. November 2026, 18:56