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Kapitel 1 · Ferrenzo Stufe 30 Mensch Magier
Der Duft des Brachlands
Heute hat mir jemand eine Frage gestellt, die mich lächeln ließ – welcher Ort mir in Kalimdor am besten gefalle. Ich sagte das Brachland, und ich meinte es ernst. Es ist flach, golden, endlos, und die meisten sehen nur Dürre und Staub. Aber ich sehe die Risse im Boden, wo alte Macht schlummert, übersehen von Orcs und Abenteurern gleichermaßen. Während andere in Goldhain zum hundertsten Mal nach den Kobolden fragen – als ob ein glimmendes Missverständnis alle Türen öffnet – denke ich an die Ebenen, wo der Wind einem die Worte vom Mund reißt, bevor man sie bereut. Dort liegt Wahrheit, ungeschliffen und scharfkantig.
Diese Rast in Goldhain war lehrreich, wenn auch anders als geplant. Nicht die Kobolde waren die Lektion, sondern die Wiederholung. Derselbe Ruf nach dem schnellen Pfad, wieder und wieder, bis selbst die Geduld der Bäume von Elwynn zersplittert wäre. Liryssia sprach weise, und sogar der stille Ildas mit seiner Beere am Mund traf einen Punkt: Der Wald gibt mehr als jeder Kobold. Vielleicht sollte ich mir merken, dass nicht jede Macht aus einem feindlichen Herzen gerissen werden muss – manchmal liegt sie einfach in der Erde und wartet.
Und dann diese seltsamen Stimmen, die mich fragten, ob ich ein Mensch sei oder was ich „spiele“. Als ob mein Dasein ein Bühnenstück wäre. Ich gab ihnen Rätsel, denn Rätsel sind sicherer als Antworten. Lass sie rätseln, während ich meine Fäden ziehe. Mein Stab leuchtet schwächer, das Feuer ruft, und morgen führe ich vielleicht jemanden, der zuhört, ein Stück näher an die Wahrheit – oder an das, was ich dafür halte.
7. November 2026, 21:05